Reise mit Nebenwirkungen

Die Vorgeschichte

Nirmaya Basel ist Mutter von drei minderjährigen Patenkindern und seit zwei Jahren Witwe. Ihr Mann war nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Die Nepalhilfe Kulmbach hat sie in ihrer ersten Not bereits hilfreich unterstützt. Das gesamte Ausmaß ihres Unglücks wurde aber erst bei unserem Besuch in Malekhu deutlich.

Nirmaya Basel hat mit ihrer Familie (einschließlich todkranker Großmutter) in einem kleinen Haus gewohnt, das ihrem Patron (Großgrundbesitzer) gehörte. Nirmaya und ihr Mann arbeiteten beide für diesen Großgrundbesitzer – für sehr wenig Geld. Dafür sollte aber das Haus, in dem sie wohnten, einmal ihnen gehören. Leider konnte sich der Patron nach dem Tod des Mannes nicht mehr an sein Versprechen erinnern. Vielmehr warf er Nirmaya, die inzwischen selbst sehr krank geworden war, aus dem Haus und kündigte ihr.

Die tapfere und mutige Frau hat nach einigem Hin und Her zwar wieder Arbeit und eine Unterkunft gefunden – sie arbeitete auf dem Bau und schleppte schwere Körbe mit Steinen und das bei ihrem angeschlagenen Gesundheitszustand. 

Sigrid Daum-Sauermann, die die Reisegruppe begleitete: „Das Quartier, in dem sie mit ihren drei Kindern zwischenzeitlich untergekommen war, haben wir uns angeschaut. Zwölf Quadratmeter, mehr oder weniger Rohbauzustand – über den zwei Betten (für vier Personen) ein Wandregal,  geschmückt mit einem Tuch, darauf die „Kostbarkeiten der Familie“: zwei Fläschchen Nagellack und ein paar Postkarten von den Paten aus Deutschland. Neben der Türe steht ein kleiner Ofen und ein kleines Regal für Lebensmittel – darin eine Tüte Reis und eine Tüte Linsen…“

Toll, wie liebevoll diese Frau ihre 4-köpfige Familie in dem winzigen Raum versorgte. Aber! Auch dieser Vermieter hat es in sich: er erhöht die Miete fast monatlich und Nirmaya blieb nichts mehr zum Leben. Sie musste die Kinder oft schweren Herzens ohne Frühstück in die Schule schicken (mit dem Erfolg, dass die Kinder nur noch Haut und Knochen waren und die schulische Leistung zurückfiel). 

„Wir Reiseteilnehmer,waren uns alle spontan einig, dass diese Familie dringend Hilfe bekommen sollte und dass wir alle zusammen dafür sorgen wollten, dass sie eine Behausung bekommt, aus der sie niemand mehr vertreiben kann“, erinnert sich Spendeninitiator Dieter Feldbaum.

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Nirmaya Basel mit ihren beiden Söhnen Sunil und Anil (Tochter Sujana ist nicht mit im Bild) und Dev Tripathi, dem pensionierten langjährigen Schulleiter, der die Familie bei der Abwicklung des Hausbaus unterstützt hat. Das Foto entstand beim Richtfest Ende letzten Jahres. Foto: Raju Shresta