Wie ist die Situation vor Ort im Kathmandu Tal?

Durch stetige Informationen unseres Freundes und Unterstützers Shyam Prasad Neupane möchten wir Ihnen heute ein paar Antworten geben, auf Fragen die Sie sich sicherlich die letzten Tage gestellt haben.

Wie geht es unseren Patenkindern, Lehrern und Unterstützern vor Ort? 
Den Umständen entsprechend geht es den meisten Familien gut. Nach unseren aktuell vorliegenden Informationen liegt bis jetzt kein bekannter Fall von Corona vor. Anzumerken ist aber dass leider sehr wenig getestet wird. Die Bevölkerung hat Angst sich anzustecken und folgt den Anweisungen des Staates.

Gibt es ausreichend Lebensmittel/Essen für unsere Kinder/Familien ? 
 In der ländlichen Region können sich die Kleinbauern/Farmer zum Glück selbst mit Obst und Gemüse versorgen. Ein Großteil unserer Schüler mit ihren Familien leben dort. Sicherlich werden in den nächsten Wochen die Mahlzeiten nicht immer sehr abwechslungsreich sein und den Kindern wird unsere Schulspeisung fehlen. Aber die Eltern können zumindest auf ihre eigene Ernte zurück greifen.

Wie ergeht es den Familien, die für ihre Kinder in die Stadt Malekhu gezogen sind ? 
Viele sind in ihre Heimatdörfer zurück gegangen. Die noch in der Stadt wohnen, haben größere Herausforderungen.
Neben Mietkosten kommen teuer gewordene Lebensmittel hinzu. Viele Läden sind auch geschlossen. Bedarfsartikel sind häufig vergriffen. Wie auch in Deutschland werden die Preise durch Angebot/Nachfrage gestaltet. 
Die örtliche Verwaltung hat reagiert und verteilt Päckchen Reis, Linsen, Speiseöl, Salz, Zucker und Waschseife an die Familien die keinen Tagelohn verdienen können. 

Gehen die Kinder noch zur Schule ?
Nein, seit ungefähr 4 Wochen sind die Schulen geschlossen. Leider können keine digitalen Schulstunden wie in Deutschland statt finden. Die Schüler haben keinen eigenen PC und die Netzwerkleitungen sind zusätzlich in der ländlichen Region nicht vorhanden. Sie sind bei ihren Eltern zu Hause. Wir gehen davon aus dass viele Schüler ihren Eltern auf dem Feld zur Hand gehen. 

Wird das akademische Schuljahr mit Unterrichtsstunden beendet? Das ist abhängig von der Entscheidung der Regierung. 

Können die Eltern einer Arbeit nach gehen und Geld verdienen? Viele können leider nicht zur Arbeit gehen und Geld verdienen. Wie auch in Deutschland sind Hotels, Restaurants, Geschäfte geschlossen. Der Tourismus fehlt komplett. Das Baugewerbe, wo viele Eltern sich einen Tagelohn verdient haben, liegt ebenfalls still. Eine finanzielle Unterstützung  seitens des Staates wie in Deutschland findet nicht statt. 

Gibt es eine Ausgangsbeschränkung? Ja, diese wurde bis zum 7.Mai verlängert. 

Werden auch Mund-/Nasenschutzmasken getragen und Desinfektionssprays benutzt?
Mund-/Nasenschutzmasken werden sehr häufig getragen, obwohl es nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Bevölkerung folgt aber der Empfehlung der Regierung diese zu tragen.
Desinfektionssprays  werden nur in den Städten wie Kathmandu und Pokhara verwendet.


Verhängt der Staat auch Strafen bei Nichteinhaltung?
Der Staat verhängt keine Strafen, da das tragen der Masken lediglich eine Empfehlung ist. Allerdings werden Strafen verhängt wenn sich Leute nicht an die Regel halten und auf die Straßen gehen. Sie werden bestraft indem sie 3 Stunden lang unterrichtet werden, um danach die Sperrregeln einzuhalten.


Wo werden Corona verdächtigte Personen versorgt/untergebracht?
Da keine ausreichenden großen Gebäude zur Verfügung stehen, nutzt die lokale Regierungsverwaltung unser Gebäude der High School in Malekhu. Wir sind stolz darauf der lokalen Regierung und Gemeinschaft helfen zu können.

Bedarf es einer weiteren Unterstützung seitens der NHK für arme Familien? 
Ja, 6 Familien wurden identifiziert die schon immer arm waren und zusätzlich durch Corona noch weniger haben. Sie benötigen dringend Mietunterstützung um Essen für ihre Familie kaufen zu können. Diese Sonderausgaben bewilligen wir gerne und sofort um den 6 Familien eine kleine Last von den Schultern zu nehmen. 

Shyam, wie ist deine persönliche Einschätzung für die nächsten Monate? Bisher wurden in Nepal nur 58 Fälle identifiziert. Die Dunkelziffer bereitet uns in Nepal besonders Sorgen.
Wir befürchten, dass es viel mehr unbekannte Fälle gibt. Bisher wurden nur rund 9.000 Tests durchgeführt.
Die finanziellen Auswirkungen sind unerträglich hoch. Besonders nach der Herbstsaison wird es eine Katastrophe geben! Viele die hier in Nepal einen Tageslohn verdienen werden keinen Job mehr haben. Voraussichtlich werden die Hälfte der 4 Millionen Nepali die im Ausland arbeiten ihren Job verlieren. Es werden von Arbeitslosigkeit die im Land arbeitenden Leute betroffen sein, aber auch die vielen Gastarbeiter. Das gibt eine Katastrophe: Menschen werden sehr wahrscheinlich verhungern!
Das Sicherheitsproblem aufgrund von massivem Hunger und politischer Instabilität kann nicht ausgeschlossen werden.

Wir werden Sie mit aktuellen Beiträgen auf dem Laufenden halten.

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