Schäden an Infrastruktur und Wirtschaft
Die Katastrophe hat umfangreiche Schäden an Siedlungen, den Grenz- und Zolleinrichtungen von Rasuwagadhi, Straßen und Brücken, Telekommunikationseinrichtungen,
Sicherheitseinrichtungen sowie an der Wasserkraftinfrastruktur verursacht. Einige Dörfer, darunter Timure, wurden nahezu vollständig zerstört.
Berichten zufolge wurden entlang des Flusses 32 Betonbrücken und 35 Hängebrücken von den Fluten weggerissen. Dazu gehört auch die Brücke bei Phurke Khola, die Malekhu mit Dhading Besi verbindet. Etwa 42 km der Straße zwischen Betrawati und Rasuwagadhi wurden schwer beschädigt.
Eine vorläufige Bewertung geht davon aus, dass etwa 748 MW Wasserkraftkapazität betroffen sind. Das gesamte Ausmaß der wirtschaftlichen Schäden wird noch ermittelt.
Wahrscheinliche Ursache – derzeitiger wissenschaftlicher Kenntnisstand
Das Ereignis sollte nicht einfach als konventioneller Gletscherseeausbruch (Glacial Lake Outburst Flood, GLOF) bezeichnet werden. Die bisher vorliegenden Erkenntnisse deuten auf einen wesentlich ungewöhnlicheren kaskadenartigen Prozess hin.
Satellitenbilder und erste wissenschaftliche Analysen lassen darauf schließen, dass eine sehr große Masse aus Gletschereis, Schnee, Fels und Boden auf der Tibet/China-Seite des Hochhimalaya oberhalb des Flusses Lhende versagt hat. Erste Beobachtungen deuten darauf hin, dass eine etwa 1,2 km breite Gletscherzunge mehr als 2 km senkrecht in das Flusstal abstürzte.
Der Kollaps ereignete sich gegen 8:37 Uhr, und nach Angaben des U.S. Geological Survey wurde etwa zur gleichen Zeit ein Erdbeben der Magnitude 5,2 registriert. Ob das Erdbeben den Eis-Fels-Massenabgang ausgelöst hat oder selbst mit der Massenbewegung zusammenhing, muss noch weiter untersucht werden.
Die abgestürzte Masse gelangte offenbar in den Fluss und blockierte ihn vorübergehend, wodurch ein natürlicher Damm entstand. Nach ersten Schätzungen dauerte die Blockierung nur etwa 10–15 Minuten, bevor der natürliche Damm gegen 8:40 Uhr versagte. Durch den plötzlichen Ausbruch wurden schätzungsweise etwa 22 Millionen Kubikmeter Wasser freigesetzt, zusammen mit einer sehr großen Menge an Eis, Fels und Sediment. Das steile und enge Himalaya-Tal verstärkte die zerstörerische Kraft dieser mit Geröll beladenen Flut erheblich.
Nach meiner derzeitigen Einschätzung handelte es sich wahrscheinlich um eine Eis-Fels-Gerölllawine, auf die eine vorübergehende Flussblockierung und der plötzliche Bruch des entstandenen natürlichen Damms folgten – und nicht um eine einfache durch Niederschlag verursachte Flut oder einen konventionellen GLOF.
Der genaue Auslösemechanismus und die Abfolge der Ereignisse sind jedoch weiterhin Gegenstand der Untersuchungen. Weitere Satellitenanalysen und Felduntersuchungen sind erforderlich, um die genaue Herkunft und das Volumen der abgestürzten Masse, das Volumen des vorübergehend aufgestauten Wassers sowie die genaue Abfolge und zeitliche Entwicklung des Ereignisses zu bestimmen.
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