von Prof. Dr. Bishal Nath Upreti ( Präsident Nepal Centre of Disaster Management und Akademiemitglied, Nepal Akademie für Wissenschaft und Technologie.)
Ich möchte Ihnen ein Update zu der katastrophalen Sturzflut geben, die sich am 26. August 2026 im Flusssystem des Bhotekoshi im Distrikt Rasuwa im Norden Nepals ereignet hat.


Ereignis und betroffene Gebiete
Am 26. August gegen 9:00–9:15 Uhr drang eine sehr große und außergewöhnlich zerstörerische Sturzflut von der Seite der Grenze zwischen Tibet/China nach Nepal ein. Die Flut gelangte über den Fluss Lhende in das Bhotekoshi-Flusssystem und breitete sich anschließend flussabwärts über Bhotekoshi und Trishuli aus. Schließlich waren Gebiete bis hin zum Einzugsgebiet des Narayani über Bidur, Galchi, Malekhu und Mugling betroffen.
Die schwersten Schäden traten in Timure, Rasuwagadhi und Syabrubesi in Rasuwa nahe der nepalesisch-chinesischen Grenze auf. Darüber hinaus kam es zu erheblichen Schäden flussabwärts in den Distrikten Nuwakot, Dhading, Gorkha, Tanahun, Nawalparasi und Chitwan.
Auswirkungen auf die Bevölkerung
Nach dem neuesten Lagebericht der NDRRMA (National Disaster Risk Reduction and Management Authority, Ministry of Home Affairs) vom 29. August wurden 626 Todesopfer geborgen; 2.426 Menschen werden weiterhin vermisst. Insgesamt konnten 4.451 Menschen gerettet werden, darunter 191 Personen aus Wasserkraftwerksstollen. Weitere 101 Verletzte werden derzeit in Krankenhäusern behandelt.
Die genaue Zahl der Vermissten ist weiterhin unsicher, da die Kommunikationssysteme erheblich beeinträchtigt wurden und viele Menschen zunächst nicht erreichbar waren. Nach vorläufigen Schätzungen sind fast 93.000 Menschen von der Katastrophe betroffen.
Unter den Vermissten befinden sich zahlreiche Beschäftigte von Wasserkraftprojekten sowie ausländische Staatsangehörige. Nach Angaben der NDRRMA werden 933 Personen, die mit Wasserkraftprojekten verbunden sind, vermisst. Außerdem werden 517 ausländische Staatsangehörige sowie 127 im Ausland lebende Nepalesen, die sich zu Besuch in Nepal befanden, vermisst. Bisher konnten 129 ausländische Staatsangehörige gerettet werden. Unter den ausländischen Staatsangehörigen befanden sich acht deutsche Staatsangehörige; nach den derzeit verfügbaren Informationen werden alle acht weiterhin vermisst.
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