Am 21. Februar empfing mich (ich war erneut alleine unterwegs) dann eine Delegation aus Schülern und Studenten, allesamt Stipendiaten der NHK, in Kathmandu in der gewohnt herzlichen Weise.
Am folgenden Tag ging es dann zum letzten Schritt des Akkreditierungsverfahrens: im Nepal Medical Council galt es , ein „Interview“ zu bestehen. Begleitet von Bishal in seiner Funktion als Präsident des Nepal Center for Disaster Management (NCDM, die Partnerorganisation der NHK vor Ort) wurde ich von einer jungen Gynäkologin im Sitzungssaal empfangen. Bishal stellte den NCDM, die NHK sowie mich vor, im Gespräch mit der Kollegin mußte ich lediglich darauf achten, meine beiden vorherigen Arbeitseinsätze in Malekhu nicht zu erwähnen. Insgesamt ein entspannter Termin mit dem Austausch von Höflichkeiten und Visitenkarten- mit der Zusicherung, den notwendigen „Covenant letter“ zu erhalten waren die Formalitäten dann endlich abgeschlossen.

Am Montag machten wir uns dann in aller Frühe von Bhaktapur aus auf in Richtung Malekhu, begleitet von Bishals Troß und unter anderem einer jungen zahnärztlichen Kollegin aus dem Siddhi Memorial Hospital samt ihrer Assistentin. Die etwa 60 Kilometer waren mir als üble Buckelpiste, unterbrochen von einigen Steinbruch- Etappen, in Erinnerung. Zu meiner positiven Überraschung hatte man aber seit dem letzten Jahr weitere Teile asphaltiert, deshalb erreichten wir Malekhu rechtzeitig zum allmorgendlichen Appell der Schülerschaft schon nach gut drei Stunden.
Der Empfang unserer großen Delegation aus Kardiologen, Kinder- und Augenärzten sowie der Dentalabteilung war dann, wie in Nepal üblich, ganz großes Kino! Mit Blumensträußchen und Shawls reichlich beschenkt hatten wir den Parcours durch die vollständig angetretene Schülerschaft zu absolvieren und wurden von Schulleiter Bodharaj Silwal und unserem lieben Freund Dev Tripathi (mittlerweile der amtierende Vorsitzende des Schulkomittees und wichtigster Ansprechpartner für die NHK) sehr herzlich empfangen. Selbstverständlich nicht ohne den Verzehr eines gemeinsamen Dal Bhat zum Mittagessen.


Aufgrund meiner Erfahrungen aus den Vorjahren hatte ich Zweifel, ob der Arbeitseinsatz tatsächlich planmäßig schon am selben Nachmittag würde beginnen können. Die waren jedoch absolut unbegründet, mein zahnärztliches Unterstützerteam erschien nach dem Essen blitzschnell in Arbeitskleidung und legte los. Und nach einer kurzen, herzlichen Begrüßung meiner mir vertrauten Assistentinnen Ranjeeta und Pradigya war auch ich mitten im (zahnärztlichen) Geschehen.
Zum Thema „Zahnheilkunde in Malekhu“ durfte ich an dieser Stelle vor zwei Jahren schon einmal ausführlich berichten. Deshalb hier in aller Kürze:
Die einheimische Kollegin besorgte, unterstützt von ihrer Assistentin, das „Screening“ der Schülerinnen und Schüler. Die jungen Patienten erhielten dann ganz analog und funktional einen Laufzettel mit den erhobenen Befunden samt Therapieempfehlungen. Von einem planmäßigen und organisiertem Abarbeiten der notwendigen Behandlungsmaßnahmen, wie man das hierzulande machen würde, kann dabei naturgemäß keine Rede sein. Für mich als Behandler ist das am ehesten vergleichbar mit dem Setting den Zahnärztlichen Notdienstes, auch hier empfängt man regelmäßig unbekannte Patienten und hat bis zur deren erster Mundöffnung keinerlei Idee, was da auf einen zukommt. Einen bedeutenden Unterschied gibt es allerdings: auch angesichts einer schier endlosen Warteschlange gibt es nicht wirklich Zeitdruck. Die Menschen sind in Nepal unfaßbar geduldig und selbst nach stundenlanger Wartezeit wird man mit einem freundlichen Lächeln für seine Arbeit belohnt!
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