der Zahnarzt als Wahlbeobachter
Dr. Jürgen Zahout, Thurnau
„70 Prozent der Menschen, die einmal Nepal besucht haben, kommen wieder“- so unser lieber Freund und NHK- Beirat Shyam Prasad Neupane.
In meinem Fall kann ich das nur bestätigen, nach meiner ersten Reise in 2024 anlässlich der Einweihung unseres neuen Schulgebäudes in Malekhu hat sich bei mir inzwischen schon so etwas wie eine Sucht entwickelt. Beim ersten Trip, glücklicherweise noch begleitet von Martina und Volker Seitter sowie Ursula Galler, war noch alles sehr spannendes Neuland für mich. Angefangen von der Anreise mit Zwischenstopp am gigantischen Istanbul Airport über den Zahnarzt- Einsatz in Malekhu bis hin zu den faszinierenden Stationen unserer anschließenden Rundreise. Letztes Jahr trat ich mangels interessierter Begleiter aus der NHK meine zweite Reise an, die Arbeit im Dental Camp in Malekhu machte mich aufgrund der Erfahrung mit Infrastruktur und Menschen vor Ort auch nicht mehr nervös.
Da der Job im Camp aufgrund etlicher Komplikationen bezüglich Planung und Durchführung leider für mich etwas unbefriedigend verlaufen war (ich hätte gerne noch etwas mehr effektive Arbeitszeit gehabt) wollte ich diesen bereits im Herbst des letzten Jahres wiederholen.
Allerdings stellten sich mir dabei einige unüberwindliche Hindernisse in den Weg: zum einen war ab September die politische Situation aufgrund der gewaltsam niedergeschlagenen Proteste der jungen Nepalesen, der Studenten und der Gen- Z mit vielen Toten äußerst angespannt. Zum anderen hatten unsere Partner vor Ort, allen voran Prof. Bishal Upreti, inzwischen gemerkt, daß die Arbeit eines ausländischen (Zahn-) Arztes in der bislang geübten Weise rechtlich auf sehr tönernen Füßen steht.
Deshalb hatte man sich entschlossen, ein offizielles Akkreditierungsverfahren einzuleiten. Und ich hatte das Vergnügen, dies als erste Testperson durchlaufen zu dürfen.
So entspann sich ab September 2025 ein reger e- Mail- Verkehr zwischen Bishal und mir, der mit der Anforderung einer unglaublichen Zahl an verschiedenen Dokumenten begleitet wurde. Selbstverständlich mußte alles ins Englische übersetzt und teilweise notariell beglaubigt werden. Bishal hat dann mit den Dokumenten etliche Tage seines Lebens beim Gesundheitsministerium und beim Nepal Medical Council zugebracht, zwischendurch erfreute er mich immer wieder mit neuen Anforderungen, deren Sinnhaftigkeit sich mir nicht immer erschloss.
Als Termin für ein dieses Mal straff durchorganisiertes Medical Camp wurde dann endlich die letzte Woche im Februar 2026 festgelegt, Zeit genug also, um die Reise in ein inzwischen wieder friedliches Nepal vorzubereiten.


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